Aktuelle Forschungsschwerpunkte:

1) Strategisches Human Resource Management:

Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource eines Unternehmens, zumal keine Organisation ohne die Ideen, kreativen Problemlösungen und das Engagement der Mitarbeiter langfristig erfolgreich sein kann. Im Mittelpunkt einer Reihe aktueller Studien des Lehrstuhls steht vor diesem Hintergrund die Frage, wie Organisationen durch aufeinander abgestimmte Personalmanagementpraktiken die Einstellung, das Verhalten und die Leistung ihrer Mitarbeiter beeinflussen können. Beispielsweise wird untersucht, wie und warum Personalmanagementpraktiken Einfluss auf das Innovationsverhalten von Mitarbeitern nehmen können oder welcher Zusammenhang zwischen diesen Praktiken und devianten Verhaltensweisen (z.B. Mobbing) in Organisationen besteht. In Abgrenzung zur bisherigen Forschung zeichnen sich diese Studien überwiegend durch eine dynamische Analyseperspektive aus, die Veränderungen im Personalmanagementsystem einer Organisation und deren Konsequenzen erfasst.

2) Medien und Mitarbeiter:

Medien nehmen in der heutigen Gesellschaft eine zentrale Stellung ein. Nicht nur der politische und gesellschaftliche Diskurs im Allgemeinen, sondern auch die öffentliche Wahrnehmung, Reputation und letztlich auch der Erfolg von Unternehmen wird durch die immer umfassendere Berichterstattung in Print- und Onlinemedien, Fernsehen und Rundfunk maßgeblich geprägt. Das primäre Ziel dieses groß-angelegten Forschungsprojektes ist es, herauszuarbeiten, wie sich positive und negative Medienberichterstattung über ein Unternehmen auf die Einstellung (z.B. Identifikation), das Verhalten (z.B. Fluktuation) sowie die Gesundheit (z.B. Stressempfinden) von Mitarbeitern auswirkt. Es soll insbesondere analysiert werden, welche Kontextfaktoren (z.B. Art der Medienberichterstattung und des Mediums, Eigenschaften der Mitarbeiter, etc.) beeinflussen, wie Mitarbeiter auf Medienberichterstattung reagieren und welche Maßnahmen Unternehmen ergreifen können, um Medienkritik zu begegnen.

3) Open Innovation:

Die Literatur zeigt widersprüchliche Ergebnisse im Hinblick auf die Frage, ob Unternehmen von der Öffnung des Innovationsprozesses profitieren. Während Innovationskooperationen mit Zulieferern, Kunden, Wettbewerbern, Universitäten und anderen Institutionen Zugang zu Wissen, komplementären Ressourcen und neuen Märkten eröffnen, deuten Studien auch auf vielfältige Probleme und Risiken offener Innovationsprozesse hin. Im Rahmen verschiedener Studien werden diese Problemlagen (z.B. Imitationsrisiken) analysiert, um zu einer differenzierteren Bewertung von Open Innovation beizutragen und Unternehmen Ansatzpunkte zur Gestaltung und Steuerung dieser Aktivitäten aufzuzeigen.

4) Lernen aus Fehlern:

Die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen, ist für Individuen, Teams und Organisationen gleichermaßen wichtig. Studien zeigen allerdings, dass Fehler in Organisationen oft nicht hinreichend reflektiert werden oder falsche Schlussfolgerungen über ihre Ursachen gezogen werden, so dass ein nachhaltiger Lerneffekt in vielen Fällen ausbleibt. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts steht die Frage im Mittelpunkt, unter welchen Bedingungen Lernen aus Fehlern mehr oder weniger wahrscheinlich ist. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf einer Mehrebenbetrachtung, d.h. der Analyse des wechselseitigen Einflusses von lernfördernden oder lernhemmenden Faktoren auf Individuums-, Team- und Organisationsebene. Das Forschungsprojekt stützt sich auf umfassende Daten aus unterschiedlichen – und zum Teil ungewöhnlichen – Kontexten, wie z.B. Bergsteiger-Expeditionen im Himalaya.